MITTWOCH, 14. NOVEMBER 2012
BUCHPRÄSENTATION: DONAUWEIBER
ORT: ULNÖ
BEGINN: 20 Uhr
EINTRITT: frei
Wachauerinnen & Autorinnen machen Geschichten
Musik: Cordula Bösze und D'Spitzer Katzenmusi
Das Konzept dieses Titels, der als Folgeband zum
2011 erschienenen literarischen Wanderführer
Welterbesteig Wachau (Edition ARAMO) gesehen
werden kann, ist so simpel wie wirkungsvoll.
Angeregt von Martin Vogg (Wachau Kultur Melk),
wurde die Idee entwickelt, insgesamt 14 Autorinnen auf 14 kongeniale Gesprächspartnerinnen aus
der Wachau treffen zu lassen: auf Frauen, die in
außergewöhnlichen Berufsfeldern tätig sind oder
in "traditionell weiblichen" Bereichen Außergewöhnliches leisten.
Aus den Gesprächen entstanden literarische
Texte von besonderer Finesse, die sowohl den
Arbeits- und Lebensbereichen der Wachauerinnen, dem umgebenden Ambiente und der schriftstellerischen Interpretation durch die Autorinnen
Rechnung tragen.
Ausnahmslos großartige und interessante
Wachauerinnen haben sich bereit erklärt, am
Projekt mitzuarbeiten und den ebenso großartigen
Autorinnen Impulse für die Texte zu geben.
Vom Porträt über den Kurzkrimi, von der poetischen Betrachtung hin zum Erinnerungstext, von
der märchenhaften Erzählung über den Kurzroman bis hin zu einer eigens für den Band entstandenen Komposition versammelt dieses Buch die
unterschiedlichsten Textsorten.
Im Vorwort der Herausgeberin finden sich Auszüge aus einem Gespräch mit Ursula Strauss
(u. a. bekannt aus dem TV-Krimi "Schnell ermittelt", wo sie die Rolle der Hauptkommissarin gibt),
die sich als Tochter der Region interessante
Gedanken zu ihrer Herkunft macht.
Es lesen
Beatrix Kramlovsky, die Spannendes
über Archäologie in der Wachau und Verblüffendes zum Thema Tracht erfahren hat, Mieze
Medusa, die den Schafhof in Spitz besucht hat
und mittlerweile als Expertin fürs Mähen gelten
kann und die Russlandexpertin Susanne Scholl,
die im Haubenlokal von Lisl Wagner-Bacher
neben kulinarischen auch persönliche Einblicke
in die Küche und Geschiche des Landgasthofes
gewinnen konnte.
Die Flötistin
Cordula Bösze hat sich nicht nur
mit der Spitzer Katzenmusi beschäftigt, sondern
auch eine zauberhafte Komposition erarbeitet:
Wachaumiau wird von der Musikerin interpretiert.
Sie [die Schäferin und ihr Mann] freuen sich,
wenn Förderungen ihre schweißtreibenden
Tätigkeiten honorieren, sie freuen sich wenn
ein Schaf ablammt. Sie freuen sich darauf, es
mit Zwergzebus zu probieren, das ist eine kleine,
afrikanische Kuhform mit Höcker. Sie freuen
sich über ihre Marillenmarmelade. Sie freuen
sich darauf, dass es wieder Winter wird. Denn
es gibt nichts Schöneres, als einer Schafherde
mit Schnee flocken auf dem Wollmantel bei der
Winterruhe zuzuschauen. Das ist fast noch beruhigender, vermutet die Dichterin, als Schafen
beim Essen zuzuschauen. Mit Schafen ist es wie
mit Wimmelbildern:
Sie brauchen eine gewisse kritische Menge. Ein
Schaf kommt nunmal nicht gern allein. Und es ist
gut, dass sich jemand darum kümmert, dass aus
dem Alpinen Steinschaf kein Lonesome George
wird. Und dass die Wachau lernt, an den leidigen
Wiesen den Orchideenfaktor zu schätzen.
(Aus: Mieze Medusa:
A critical mass of Schaf)