Mit fünf Mädchen kniet sie dann in der Reihe, hat die Augen nach innen gewandt, den Mund geöffnet, die Zunge herausgehängt. Mit den Händen unter dem weißen Tuch bildet sie einen kleinen Tisch.
Komm Herr Jesus sei unser Gast. Die Zunge wird trocken.
Oh wunderbare Speise auf dieser Pilgerreise, raunt der Kirchenchor. Helga summt innerlich mit:
Oh Manna, Himmelsbrot, sollst unsern Hunger stillen. Stimmt, sie hat Hunger. Nicht schon wieder ein verbotener Gedanke. Jesus wo bleibst du. Der leere Magen macht ihr zu schaffen, in ihr knurrt und gluckst es. [...] Die Orgel braust und tost, das Rumoren in den Gedärmen wird heftiger. Helga kann nicht mehr ruhig knien, wetzt unruhig herum, befeuchtet immer wieder die Lippen, schwankt mit dem Oberkörper, die vor Aufregung geschluckte Luft presst ihr ein lautes Grunzen ab. [...] doch die schlechten Gedanken müssen weg, und das Bauchweh auch.
Herr mach mich rein. Jesus reiß die Himmel auf komm herab im Dauerlauf. Die Hände verschlungen vor dem Bauch, den Kopf nach hinten gebogen, die Zunge aus dem Mund gerollt. Sie ist bereit. Die Schwester hält den Teller, der Priester murmelt mechanisch und legt die Oblate auf Helgas Zunge.
Endlich der Leib des Herrn, der herrliche Leib des herrlichen Herrn, der süße Leib, komm süßer Jesus.
Karamellzuckerl, Vanilleeis, Mohntorte, Apfelstrudel.
Jetzt, jetzt, jetzt.
Das Opfer ist vollbracht. Zunge hinein, Mund zu.
(Ditta Rudle, "Gnadenlos")
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Mit fünf Mädchen kniet sie dann in der Reihe, hat die Augen nach innen gewandt, den Mund geöffnet, die Zunge herausgehängt. Mit den Händen unter dem weißen Tuch bildet sie einen kleinen Tisch.
Komm Herr Jesus sei unser Gast. Die Zunge wird trocken.
Oh wunderbare Speise auf dieser Pilgerreise, raunt der Kirchenchor. Helga summt innerlich mit:
Oh Manna, Himmelsbrot, sollst unsern Hunger stillen. Stimmt, sie hat Hunger. Nicht schon wieder ein verbotener Gedanke. Jesus wo bleibst du. Der leere Magen macht ihr zu schaffen, in ihr knurrt und gluckst es ...
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